Little Wild Horse Canyon, UT

Little White Horse CanyonGoblin Valley State Park, UT (08/25/2011, 10:00 Uhr): Wird es regnen oder hält das Wetter noch solange, bis wir den Goblin Valley State Park besucht und den Little Wild Horse Canyon erwandert haben? Der Aushang am Visitor Center zum Goblin Park kündigte eine Regenwahrscheinlichkeit von über 80 % für den Nachmittag an. Damit stieg auch die Gefahr, im Little White Horse Canyon von einer Flash Flood (Sturzflut) überrascht zu werden. In der Ferne Richtung Westen waren zwar schon dicke Wolken am Himmel zu sehen, doch über uns ist strahlend blauer Himmel. Da auch die Rangerin uns eher von der Wanderung am Nachmittag abrät, entscheiden wir uns, den Little Wild Horse Canyon vorzuziehen und die Goblins erst danach aufzusuchen.

Das Wasser hat im Laufe der Jahrtausende Nieschen und Höhlen ausgewaschen. ©2011 Claus Puhlmann

Little Wild Horse Canyon: Aufmerksam geworden auf dieses kleine Highlight sind wir durch das Buch „Photographing the Southwest“ von Laurent Martrès. Obwohl es mittlerweile kein Geheimtipp mehr ist, begegnen wir auf unserer Wanderung nur zwei kleineren Gruppen, sodass wir den Canyon nahezu für uns alleine haben. Zwar handelt es sich bei diesem Canyon nicht um einen Slot Canyon im klassischen Sinn, doch weist er an manchen Stellen Formen und Engstellen, die ihn nahe an die Gruppe der Slot Canyons führen. Nach oben hin ist der Canyon komplett geöffnet, weshalb er um die Mittagszeit auch schön lichtdurchflutet ist, sich also keine schwierigen Kontrastverhältnisse ergeben. Er zeichnet sich neben seinen Braun-, Gelb- und Orangetönen durch seine vielfältigen, durch Erosion entstandenen Auswaschungen und Strukturen in den Canyon-Wänden aus.

Anfahrt: Kommend vom Goblin Valley State Park biegt man kurz nach dem Parkausgang nach links auf eine zwar nicht geteerte, aber sehr gut ausgebaute Naturstraße ab. Diese ist bei gutem Wetter mit jedem PKW befahrbar. An zwei Stellen müssen ausgetrocknete Flussbette durchquert werden, was bei Regen allerdings problematisch werden könnte. Auch deshalb empfiehlt es, bei den Rangern des Visitor Centers nach etwaigen Regenfällen zu erkundigen. Nach etwa 8 Kilometern erreicht man den Parkplatz, an dem sich auch eine einfache Toilette befindet.

Eine Felswand im Canyon kann entweder links umgangen oder innerhalb des Canyons durch eine leichte Klettereinlage überwunden werden. ©2011 Claus Puhlmann

Das erste Trailstück zum Little Wild Horse Canyon und Bell Canyon. ©2011 Claus Puhlmann

Hike: Vom Parkplatz geht man zunächst etwa 1 Kilometer entlang eines ausgetrockneten Flussbettes in Richtung des zerklüften Felsmassivs des San Rafael Swell. Zwei etwas versteckt angebrachte Hinweisschilder zeigen, dass man auf dem richtigen Weg ist. Noch bevor die Abzweigung nach rechts zum Little Wild Horse Canyon kommt (nach links geht es zum Belt Canyon) geht es hinein in einen kürzen Canyon, in dem einige Hindernisse umklettert werden müssen. Es ist zwar nicht sehr schwierig, dennoch sollte man sicher zu Fuß sein. Die ersten Kilometer sind die interessanteste Abschnitt des Canyons. Hier sind auch die Engstellen zu finden.

Im weiteren Verlauf nimmt der Canyon immer mehr die Gestalt eines Slot Canyon an. ©2011 Claus Puhlmann

Wird der Canyon wieder breiter und sind die ersten Bäume zu sehen, kann man hier den Rückweg antreten. Als Alternative bietet sich an, weiterzuwandern und dann den Bell Canyon von oben, stromabwärts Richtung Trailhead zu gehen. Da diese Rundwanderung etwa 15 Kilometer lang ist und das interessanteste bereits hinter uns lag (und immer auch den Himmel im Blick hatten), entschlossen wir uns, den gleichen Weg zurück zum Parkplatz zu gehen. Für diesen Hike, ohne Abstecher in den Bell Canyon, müssen etwa 2 Stunden eingeplant werden.

Fotografieren: Wie erwähnt sind um die Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten seht, die Lichtverhältnisse im Canyon am besten. Für die engeren Passagen, in denen aber durchaus Dämmerlicht herrscht, sollte ein Stativ nicht fehlen. Motive gibt es genug: enge, sich windende Canyon-Wände, in den Boden verschwindende Wände, Auswaschungen im Gestein, Farbenspiele etc.

Fazit: Der Little Wild Horse Canyon gehört sicherlich zu den Slot Canyons, die einen Besuch Wert sind, da er zum einen leicht erreichbar ist und interessante photographische Motive bietet. Auch Kinder könnten hier nach Herzenslust herumklettern. Die Gefahr einer Flash Flood sollte aber nicht unterschätzt werden.

Hier geht es zur Übersicht unserer USA-Südwesten-Reise 2011.

Auf einen Blick:

Allgemeines Rating:
Fotografische Highlights:
Schwierigkeitsgrad des Hikes:
Schwierigkeitsgrad der Straße: , gute Dirt Road, mit normalem PKW befahrbar
Länge des Hikes:  etwa 4 km (Kurzvariante) bis etwa 15 km (kompletter Rundweg)
Zeitbedarf: je nach Variante 2 bis 5 Stunden
Trailhead: am Parkplatz
Gebühren: keine
Gefahren: Flash Floods im Canyon, bei Regen Überschwemmung von Straßenabschnitten
Eignung für Kinder: ja (ab etwa 6-8 Jahren), Klettereinlagen, Geoden
Sonstiges: ausreichend Flüssigkeit auf die Wanderung mitnehmen
GPS: Trailhead: N38°34’59“ W110°48’10“, Gabelung zum Bell Canyon: N38°35’20“ W110°48’24“, Canyonende: N38°36’37“ W110°47’31“


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Wichtig: Die Angaben habe ich nach bestem Wissen und Gewissen gemacht, aber dennoch kann ich für deren Richtigkeit keine Garantie übernehmen. Auch gibt es unterschiedliche Einschätzungen darüber, wie leicht oder schwierig eine Wanderung ist. Die gemachten Angaben sind immer subjektiv und abhängig von der eigenen körperlichen Konstitution. Auch kann sich der Zustand der Straße oder des Wanderwegs (Trails) jederzeit ändern. Daher empfehle ich, sich vor Beginn der Wanderung im Visitor Center nach den aktuellen Bedingungen zu erkundigen.

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