Zeitraffer mit der Nikon D7000 und iMovie

Die Nikon D7000, die 2011 auf den Markt gekommen ist, hat ein Feature eingebaut, für das man bisher bei den meisten Spiegelreflexkameras ein separates Gerät benötigte: die Intervallaufnahme. In festgelegten Intervallen (z.B. alle 5 Minuten) löst die Kamera aus. Je nach Abstand der einzelnen Auslösungen lassen sich so zum Beispiel sehr langsame Bewegungsabläufe sichtbar machen, wie den Lauf der Sonne oder des Mondes, das Keimen eines Sämlings oder das Aufgehen und Schließen einer Blüte.

Über den Nikon-Kabelauslöser MC-36 lassen sich ebenfalls Intervallaufnahmen erzeugen. Alternativ kann man u.a. auch auf den Twin1 ISR von Kaiser zurückgreifen.

Intervallmenü der Nikon D7000

Im Menü der D7000 lassen sich nun direkt auf einfache und übersichtliche / selbsterklärende Weise die verschiedenen Parameter einstellen:

  • Intervall (Abstand zwischen 2 Aufnahmen): Die Zeit zwischen zwei Aufnahmen hängt davon ab, was mit dem Zeitrafferfilm dargestellt werden möchte. Sehr langsame Vorgänge benötigen längere Intervalle, schnelle entsprechend kürzere.
  • Anzahl der Aufnahmen je Auslösung: In bestimmten Situationen kann es sinnvoll sein, zwei oder mehr Aufnahmen direkt hintereinander zu machen.
  • Anzahl der Intervalle: Es können mit der D7000 maximal 999 Intervalle eingestellt werden, sodass bei einem Intervall von 1 Minute also knapp 16,5 Stunden erfasst werden.
  • Startzeit (Uhrzeit) der ersten Auslösung: Um Speicherplatz auf der Karte zu sparen, kann der Beginn der Intervallaufnahmen auf eine bestimmte Uhrzeit festgelegt werden. Auch benötigt man vielfach eine gewisse Vorlaufzeit, um alle Einstellungen an der Kamera vorzunehmen, die Kamera auf dem Stativ zu positionieren und das Motiv zu fokussieren.

Weitere Einstellungen

Um eine gleichbleibende Qualität hinsichtlich der Schärfe und Tiefenschärfe zu erzielen nehme ich i.d.R. folgende Einstellungen an der Kamera vor:

  • Der Autofokus sollte abgeschaltet sein und stattdessen manuell auf das Motiv fokussiert werden. Dies verhindert, dass sich die einzelnen Aufnahmen hinsichtlich des Fokuspunktes unterscheiden, was zu einem unharmonischen Film führen würde.
  • Werden Aufnahmen im Freien unter wechselnden Lichtbedinungen gemacht, empfiehlt es sich im A-Modus (Zeitautomatik; = Blende wird vorgegeben, Belichtungszeit automatisch eingestellt) zu fotografieren. Dadurch bleibt die Tiefenschärfe auf allen Aufnahmen dieselbe.
  • Den Weißabgleich lasse ich auf „automatisch“.
  • Hinsichtlich ISO-Einstellung sollte ein Wert gewählt werden, der – abhängig vom Motiv – auch noch bei ungünstigen Lichtbedingungen scharfe Bilder ergibt, also Bewegungsunschärfen möglichst vermeidet.
  • Die Kamera muss stabil auf einem Stativ montiert sein.
  • Insbesondere für Aufnahmen im Makrobereich sollte eine Spiegelvorauslösung gewählt werden, um die Gefahr für Unschärfen durch das Hochklappen des Spiegel zu minimieren.
  • Wenn möglich die Kamera nicht berühren, um eine versehentliches Verschieben des Bildausschnittes zu vermeiden.
  • Es genügt, in JPG zu fotografieren. RAW-Dateien nehmen nur unnötig Speicherplatz in Anspruch und in der Regel wird man die Hunderte von RAW-Abbildungen nicht entwickeln wollen.

Intervallaufnahmen zu einem Zeitrafferfilm in iMovie zusammenstellen

Für das Zusammenstellen der einzelnen JPG-Dateien zu einem Film gibt es diverse Programme, die z.T. auch als Freeware verfügbar sind. Gerne wird zum Beispiel VirtualDubMod verwendet. Allerdings kam es bei mir unter Windows Vista nach dem Hineinziehen zu einem Programmabsturz, sodass ich mich rasch für iMovie auf dem iMac entschieden habe.
Hier eine kurze Anleitung für das Erstellen eines Zeitrafferfilms mit iMovie:

  1. Neues Projekt anlegen
  2. Alle JPG-Bilder markieren und in das Projektfenster ziehen
  3. Die Anzeigedauer eines Bildes auf 0,1 Sekunden einstellen; auf alle Bilder anwenden
  4. Die standardmäßig eingestellte Option „Ken Burns“ umstellen auf „Anpassen“ (durch Anklicken des Zahnrädchens am linken unteren Rand des Bildes).
  5. Film exportieren: Menü Anpassen / Mit Quicktime exportieren (oder andere Option – so kann bspw. auch direkt eine Flash-Datei auf YouTube hochgeladen werden oder eine Datei für das iPhone / iPad erzeugt werden).
  6. Die erzeugte mov-Datei konvertiere ich in der Regel in das flv-Format, um den Film auf meiner Homepage einbauen zu können. Für die Konvertierung verwende ich den kostenlosen Kigo Video Converter, der sehr einfach zu bedienen ist und mit dem unterschiedliche Formate erzeugt werden können.

Beispiel: Die Krokusblüte im Tagesverlauf

Der folgende Film zeigt Krokusse vom Aufgehen der Blüten am Morgen bis zum Schließen am frühen Abend. Das Intervall zwischen den Aufnahmen betrug 5 Minuten. Insgesamt wurden 120 Fotos gemacht, die dann zu diesem 14-sekündigen Film in iMovie zusammengefügt wurden.

Beispiel: Das Aufrichten eines Zucchini-Keimlings

Für den folgenden Film wurde alle 15 Minuten ein Bild gemacht. Die 34 Fotos wurden dann zu diesem 4-sekündigen Clip in iMovie zusammengefügt.

Ein Kommentar

  1. Oliviero sagt:

    Danke für die Dokumentation und die fabelhaften Aufnahmen!!!

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